Rückblick Anlässe 2015

„Joli-Yo“  oder  Da capo al fine

Der Hitzige Appenzeller Chor erobert Bützberg und trifft auf Berner Regierungsrätin

Mit einem Jodellied, raumfüllend und rein vorgetragen, eröffnete der Hitzige Chor das Konzert.

Gekleidet in wunderschönsten Appenzeller Trachten, mit Familienschmuck angereichert und verziert, begeistern die neun jungen Leute von Beginn weg. Klar wird sofort, die Chormitglieder lieben, hegen und pflegen die traditionellen Volkslieder, fühlen sich wohl und daheim im Naturjodel, in Ausserrhoden „Ruggusseli“ und in Innerrhoden „Zäuerli“ genannt. Ihr Gesang, vorgetragen durch unvergleichliche Klarheit in vielen Stimmlangen, benötigt keine technischen Hilfsmittel. A-Cappella-Gesang in Reinkultur.

 

Spass am Experimentieren mit Dächlikappen und übergrossen Hosen

Die gleichen Sängerinnen und Sänger wechseln Kostüm und Stimmlangen, jazzen und rappen in anspruchsvoller Choreographie und übergrossen Schlaberhosen über die ganze Bühne. Den Volksliedern wird eine kräftige Portion Rap, Gospel und Beatbox beigefügt. Und auf heimatlichen Appenzeller Dialekt folgen schnörkellos Englisch und Spanisch. Der musikalisch-theatralisch vorgeführte Tennismatch löst Lachsalven aus. Wie auch das Talerschwingen mit dem iPad. Und im Chor hat es „versteckte“ und quasi perfekte Schauspieler. Es darf herzhaft gelacht werden.

 

Standing Ovation

Bodenhaftig und gut in ihren Körpern verankert bot der Chor ein eindrückliches Konzert und eine überwältigende, faszinierende Show. Ein Hochgenuss für Ohr und Auge! Das Publikum wusste es zu schätzen mit anhaltendem Applaus, die in einer Standing Ovation gipfelte. Diese Meinung teilte auch die anwesende Regierungsrätin Barbara Egger, die sich nach dem Konzert im Talerschwingen, und zur grossen Freude des Chores, übte. Die Aula platzte aus den Nähten, und trotzdem sah der Arbeiter-Bildungs-Ausschuss Thunstetten-Bützberg nur zufriedene Gesichter.

  

CR, 08.11.2015

 

Thomas C. Breuer, Kabarettist und Satiriker, hinterlässt Spuren, Schluck für Schluck

Bericht über „Kabarett Sauvignon“, Wein, Witz und Gesang mit

Thomas C. Breuer,  4. Juni 2015 Aula Byfang Bützberg

 

Ein intelligentes Wort-Feuerwerk, Blicke tief ins Glas der uralten Verbindung von Politik und Alkohol, oft herrlich boshaft, erleuchtet die Köpfe der Zuhörer – schwerelos, spritzig und trocken zugleich.

 

 

Da steht er nun also auf der Bühne, dieser stattliche, unübersehbare Mann aus Rottweil. Etwas scheu beobachtend beginnt er,  überraschend für das zahlreich erschienene Publikum, mit präzisen, uralten geschichtlichen Ereignissen über Thunstetten-Bützberg. Bald wird klar, da bleibt keine Kehle trocken. 

 

Der moderne Wein etwa gehe auf den Weinstrich, und ein Pulle Wein sei mehr wert als alle Dichter. Breuer sinniert über die Arbeitsplätze, die immer mehr nach Osten auswandern, und fragt in den Saal; ja wann kommen sie wieder bei uns vorbei, die Erde ist doch rund! Der Altglascontainer muss auch herhalten, denn vor dem Container waren alle gleich – Deutsche, Ausländer, Aussiedler, Einsiedler. Der Altglascontainer war – und ist – unbestechlicher als ein herkömmlicher Lokalpolitiker, ein sogenanntes multikulturelles Zentrum.

Topaktuelles, „das FIFA-Seppisyndrom“ etwa, wird der geschichtsträchtigen Vaterfigur Willy Brand und der „brandschen Relativitätstheorie“ gegenübergestellt. Beide seien rein zufällig in bekanntesten Weingebieten gross geworden. Weinherrlichkeit, Weinehrlichkeit und Weinerlichkeit eben. 

 

Breuer verabschiedet sich ein erstes Mal mit Fredy Quinn’s „Deutscher, komm bald wieder, bald wieder zurück“, ein zweites Mal unterstützt durch seine „Schnurregige“ und einem Wortakrobaktikfeuerwerk, und ein letztes Mal mit dem Trinkspruch „ICH KRIEG EIN BIER“. Über 30 Jahre stehe Thomas C. Breuer nun auf Bühnen, und immer wieder freue er sich auf Begegnungen mit seinem Publikum!

 

 

Bützberg, 06.06.2015 CR